HomeAlgarveHolländischer Residenter zeigt den Ambulanzen den Weg in der Algarve

Ausländische Residenten können nun erheblich sicherer in der Algarve
leben, denn Ambulanzen, Feuerwehren und Polizei haben die Möglichkeit,
den Weg viel schneller zu deren Wohnorten zu finden.

Die Notfallhilfsorganisation ECDE verbindet GPS Daten mit einer Datenbank für Mitgliederdaten, womit im Falle eines Notfalls schneller Hilfe geleistet wird.

Der Holländer Mark Rink, wohnhaft in Estoi, ist der geistige Vater dieses Systems. Die Portugiesischen Hilfsdienste haben enthusiastisch auf diese Initiative reagiert: „Das sollte auch für sämtliche Portugiesen möglich sein.“

Für viele in der Algarve Wohnende ist klar, dass das Auffinden ihres Wohnortes abseits der Hauptstrassen für die Hilfsdienste eine Herausforderung ist, zumal Strassennummern oder Strassennamen fehlen.

Dies schliesst auch die Notfalldienste von Polizei, Feuerwehr und Notärzten auf einen 112-er Ruf mit ein.

Manchmal haben Leute ein Treffen mit den Notfall-Diensten bei einer Tankstelle oder einer bestimmten Stelle an einer Hauptstrasse zu arrangieren, um sie dann von dort zu ihrem Heim zu lotsen.

Mark Rink von ECDE meint dazu: „Ist jemand zuhause betroffen durch starke Schmerzen, dann kann oder möchte er am Telefon nicht Zeit verlieren, um dem 112-er Telefon-Operator lang und breit zu erklären wie der Ambulanzfahrer dann fahren sollte.

Mit einer Sprachbarriere sogar ein Ding der Unmöglichkeit. Gewollt ist ein schnelles Eintreffen der Hilfsdienste und ein sofortiger Beginn der nötigen Hilfsleistungen.

Als ausserhalb des Dorfes Estoi Wohnender, kann sich Rink lebhaft die Bedenken oder sogar Angst vorstellen, die Ausländer haben, wenn sie sich hier in der Algarve niederlassen.

Er kennt diverse Residente, die an einem sehr hübschen aber abgelegenen Ort wohnen, mit schlechten Zufahrtswegen zu ihrem Heim. Sie leben gut hier, machen sich jedoch erhebliche Sorgen, ob sie, wenn mal was geschieht, rechtzeitig gefunden werden.

Rink hat auch daran gedacht, dass nicht nur die Ankunftszeit früher ist, sondern auch ein früherer Start. So kann jede gewonnen Sekunde genutzt werden. Hilfreich für die Ambulanzleute ist auch, wenn sie über wichtige medizinische Informationen bereits auf der Fahrt zum Zielort besitzen.

Welche Blutgruppe, sind Allergien vorhanden oder hat die notleidende Person andere wichtige medizinische Daten hinterlegt?

Mark Rink hat die Notfall Hilfsorganisation ECDE (Em caso do emergencia -  Im Falle eines Notfalls) mit Verstärkung eines Schweizer IT-Spezialisten und einem Portugiesischem Versicherungsexperten gestartet.

ECDE sammelt nun relevante, medizinische Daten von Residenten, die sich als Mitglieder dieser Organisation angemeldet haben und speichern sie in einer privaten Datenbank.

Den ausrückenden Notfalldiensten werden diese Daten bereitgestellt, inklusive einer Strassenkarte mit exakten und farblich markierten Zufahrtswegen und den GPS Koordinaten.

Das System versorgt nun kostenlos die Notfallzentren und ist einsatzbereit. Ruft nun jemand die Notrufnummer 112 an und teilt mit, dass er ECDE Mitglied ist, sind auf Knopfdruck alle relevanten Daten des Anrufers sichtbar. Gleichzeitig ist das ausrückende Team informiert, sodass jede zusätzliche Unterstützung starten kann.

 „Wir kontaktieren Familienangehörige auch in Übersee, kümmern uns um zurückgelassene Tiere und, falls nötig, gewähren wir Übersetzungs-Hilfe im Krankenhaus in sechs Sprachen“.

ECDE Mitglieder erhalten eine Mitgliederkarte und einen gelben Aufkleber für das Fahrzeug. Geschieht einem Mitglied etwas bei einer Autofahrt, wie z.B. ein Verkehrsunfall, können die Notfalldienste schnell zu den nötigen Daten gelangen.

Rink sagt dazu: „Ist jemand nicht mehr ansprechbar und ein Polizeibeamter findet die gelbe ECDE Karte, kann er den Notfalldienst informieren und diese versorgen ihn mit medizinischen Details.“

Zuhause und überall ist das ECDE System sehr interessant. „Wir sind die ersten in Europa und wir beabsichtigen unseren Service bald zu erweitern.

Nicht nur in der Algarve, auch in andern Europäischen Ländern. Zum Beispiel können Hauseigentümer, die ihre Villa an Touristen vermieten, die Mieter als temporäre Mitglieder anmelden. Sie erhalten ebenso eine Karte. Geschieht ihnen etwas, können wir sofort helfen.“

ECDE kooperiert mit den Portugiesischen Notfalldiensten. „Wir arbeiten zusammen mit INEM, welche 400 Ambulanzen und sechs Hubschrauber zur Verfügung haben. Vereinbarungen haben wir auch mit Feuerwehren, Polizei und dem Rotes Kreuz in der ganzen Algarve.

Ab 4.54 Euros monatlich erhalten Residente und Touristen die Assistenz von ECDE.

Die Medizinischen Daten sind strengstens geschützt. ECDE hat aus Gründen des Datenschutzes die Datenbank in der Schweiz angesiedelt. Die 112-er Notrufstelle kann die Informationen nicht frei einsehen.

Dazu Rink:“Es gibt gewisse reduzierte Einsichten in die Datenbank, aber nur bei einem Notfall. Das beugt vor, dass heikle Daten freigegeben werden.“

Die portugiesischen Notfalldienste begrüssen Rinks Initiative. Ebenso der Zivilschutz, welcher bei Katastrophen die Führung übernimmt, bekundet grosses Interesse an ECDE.

Der Kommandant ist vom System begeistert und meint dazu: „Ihr sprecht immer von 73,000 ausländischen Residenten in der Algarve. Aber mit einem so günstigen Preis, sollte es für sämtliche Portugiesen zu machen sein.“

Mehr Informationen bei: www.ecde.org
Telefon: (+351) 707 910 058
Email: info@ecde.org


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