HomeAlgarveDer Mastixstrauch (Pistacia lentiscus)

Der Mastixstrauch ist im Süden Portugals sehr präsent. Der immergrüne zweihäusige Strauch gehört zu den typischen Vertretern der mediterranen Hartlaubflora, und ist besonders im Algarve anzutreffen.

Im Herbst trägt die Mastixpistazie, wie sie ebenfalls im Deutschen genannt wird, ihre rot leuchtenden Früchte, die dann schwarz werden.

Die reich verzweigten Sträucher können als Kleinbäume eine Höhe von drei Metern und höher erreichen. Vor allem ältere Mastixsträucher zeigen ihren Reichtum unter ihrer grauen Rinde. Dort verbirgt sich ein kostbares Harz.

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Welche Verwendung hat das Mastixharz?

Die Rinde sowie die Blätter des Mastixstrauches sind reich an Tannin und wurden früher als Gerbmittel verwendet.

Geschätzt und wertvoll war aber das Mastixharz. Es wurde gewonnen, indem es durch kleine Einschnitte in der Rinde heraustropfte. In Portugal ist es als Almácega bekannt.

Das Harz wurde gekaut und galt in Nordafrika als Kaugummi der Haremsdamen, gilt heute noch als Vorgänger dessen und wird auch noch dazu verarbeitet. Zugleich reinigt das Harz den Atem und strafft das Zahnfleisch. In Form von Pasten wurde es als Zahnfüllung und als Kleber für künstliche Gebisse verwendet.

Aufgrund seines balsamischen Aromas findet es in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie noch heute Verwendung.

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Wird das Mastixharz in der Heilkunde verwendet?

In der Heilkunde und Pharmazie ist es weitgehend verschwunden. Dabei hat das Mastixharz eine antifungizide, antivirale, antibakterielle und antimikrobielle Wirkung und könnte zur Behandlung von Entzündungen im Mundbereich, bei Magenbeschwerden, rheumatischen Beschwerden, Wundbehandlung und vielem mehr verwendet werden.

Früher wurde es zudem bei Durchfall von Kleinkindern als Infus genutzt, oder bei Bronchialerkrankungen und Husten als auswurfförderndes Heilmittel. Furunkel, Geschwüre und ähnliche Hauskrankheiten wurden ebenso damit behandelt. Es wurde bereits von Dioskurides, einem bekannten Arzt der Antike, erwähnt.

In neuerer Forschung wird allerdings darauf hingewiesen, dass Mastixharz ein Antioxidans ist und zur Behandlung bestimmter Krebsarten verwendet werden könnte.

Gibt es sonst noch Verwendungen des Harzes?

In der griechischen und türkischen Küche wurde es traditionell bei der Zubereitung von Backwaren, Süssspeisen und alkoholischen Getränken wie Ouzo und Raki verwendet, nicht nur aufgrund des Aromas sondern auch zur besseren Haltbarkeit.

Zuletzt wird das Mastixharz als Räucherwerk, in der Ölmalerei, im Geigenbau als Lack und als Kosmetikbestandteil in Hautcremes und Seifen verwendet sowie als Kleber für Porzellan und Glas.

Können auch andere Pflanzenteile des Mastixstrauches verwendet werden?

Die bekannteste Bezeichnung für den Mastixstrauch in Portugal ist „Aroeira“. Doch er ist auch als Daro, Tigueiro, Pistacheiro und Almecegueira bekannt.

Die Früchte, die oft als „Pistachos“ bezeichnet werden, wurden in der Volksmedizin verwendet. Sie sind Teil des bekannten „Óleo-de-mata“. Zusammen mit Olivenöl lässt sich aus den Beeren ein gutes Haartonikum herstellen.
Zuletzt wurde ein Absud der Mastixbeeren gegen geschwollene Beine hergestellt.

Die Würze des Mastixstrauches steckt auch in den Beeren und Blättern, die ähnlich wie Wacholder und Lorbeer verwendet werden können.


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