HomeAlgarveBacalhau zum Fest?

Tradition oder wiederentdeckt?

Wenn Sie einen Portugiesen nach zehn Dingen fragen, die er mit Weihnachten verbindet, dann wird sich der Bacalhau mit Sicherheit darunter befinden.

Bacalhau ist die portugiesische Bezeichnung für Stockfisch. Mit dem getrockneten und gesalzenen Fisch wird in Portugal viel verbunden.

Bacalhau – essbares, portugiesisches Kulturgut

Da sind die mutigen Seefahrer, die zum gefährlichen Fischfang in den Norden aufbrachen, nach Norwegen, Grönland oder auch Neufundland. Da ist das spezielle Trocknungsverfahren der Portugiesen ohne chemische Zusätze. Zuletzt ist der getrocknete, fettarme Fisch eine wertvolle Nährstoffquelle.

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Er war als gesunde Ernährung der Seefahrer stets ebenso wichtig, wie für die portugiesische Bevölkerung im Landesinneren, die nicht direkt an der Küste wohnte, auch wenn teils Süsswasserfisch zur Verfügung stand.

Zuletzt war Fisch eine Ernährung in der Fastenzeit, zu der auch die vorweihnachtliche Zeit des Advents galt, wenn auf Fleisch verzichtet wurde.

Attraktives Nahrungsmittel

Bacalhau kann noch heute durchaus als portugiesisches Grundnahrungsmittel bezeichnet werden, auch wenn es mächtige Konkurrenz bekommen hat durch andere gesunde Lebensmittel. Durch das Trocknen verliert der Fisch zwar 70 – 80 Prozent seiner Flüssigkeit, aber nicht seine Nährstoffe wie Kalzium, Eisen und Vitamin B.

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Ein Kilogramm Stockfisch besitzt so viel Nährstoffgehalt wie 5 Kilo Frischfleisch und das bei einem niedrigen Fettgehalt.

Zudem ist er heute wie einst auch ohne Kühlschrank, sprich ohne Energieverbrauch einfach haltbar.

Ein Ass des Bacalhaus ist es, dass es ursprünglich 365 Rezepte gab, wie er zubereitet werden kann. In neuerer Zeit soll sich die Zahl sogar erhöht haben.

So wird es bei vielen Portugiesen an Weihnachten wieder Bacalhau geben. Fraglich bleibt nur, ob es dazu den traditionellen Kohl und Kartoffeln gibt, oder ob mit der Tradition etwas gebrochen wird, und sich die Beilagen verändern.


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